Ein Blick zurück

Geschichte der Brennstoffzelle

Vor über 150 Jahren, genauer gesagt 1838, entdeckt Christian Friedrich Schönbein, Professor für Physik und Chemie an der Universität Basel, einen neuen Effekt: „Könnte es nicht möglich sein, die chemische Energie des Knallgases in galvanischen Elementen direkt in Elektrizität zu verwandeln, wie dies für unterschiedliche Metalle in so einfacher Weise möglich ist?“ Schönbein führt einen einfachen Versuch durch: Er taucht zwei Platindrähte in eine Flüssigkeit und kann, wenn diese von Wasserstoff und Sauerstoff umspült werden, eine elektrische Spannung messen. Schönbein deutet den Versuch richtig: Ursache für den zwischen den Platindrähten messbaren elektrischen Strom ist die Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser. Kurze Zeit später baut der Brite William Grove, von Haus aus Jurist, den ersten Stromgenerator, der dieses Prinzip nutzt.

1889 taufen Ludwig Mond und Charles Langer diese Technologie "Brennstoffzelle". Mond und Langer stellen zudem als erste den hohen Wirkungsgrad von Brennstoffzellen im Vergleich zu anderen thermodynamischen Maschinen fest und verbessern die Grovesche Elektrodenstruktur.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Francis Thomas Bacon, Maschinenbauer aus Cambridge mit Elektrochemie im Wahlfach, baut 1939 eine alkalische Brennstoffzelle mit Nickelektroden. Später werden seine Zellen in Apollo-Raumschiffen eingesetzt.

1959 wird das erste Brennstoffzellen-Fahrzeug, ein Traktor, vorgestellt. Nur ein Jahr später betritt eine Brennstoffzelle mit Polymerelektrolyten von General Electric erstmals den Weltraum. In den 60ern kommen Brennstoffzellen im amerikanischen Gemini-Raumfahrtprogramm zur Strom- und Wasserversorgung zum Einsatz.

Heute entwickeln alle wichtigen Fahrzeughersteller Autos auf Brennstoffzellen-Basis, zudem werden zurzeit Brennstoffzellen-Züge entwickelt. Auch die Hersteller von Heizkesseln und Kraftwerken setzen vermehrt auf diese Technologie. Zudem werden Anwendungen bei portablen Geräten wie Handys und Notebooks erforscht. Einen echten Durchbruch am Markt haben Brennstoffzellen aber bis heute nicht erreicht.