Bildungsansätze

Didaktik

Zwei Bildungsansätze gilt es zu unterscheiden:

  1. Orientierung an der theoretischen Wissensvermittlung, wie sie traditionellerweise im Schulsystem überwiegend in Form des fächergebundenen Unterrichts heute stattfindet
  2. Handlungsorientierter Ansatz, der auf Lernen durch Handeln und auf das direkte Lernen vom praktischem Handeln abzielt

Übertragen auf den Klimaschutz als Bildungsziel bedeutet dies: Der erste Bildungsansatz würde beispielsweise im Unterrichtsfach Geographie Grundkenntnisse über den Treibhauseffekt vermitteln und mögliche Klimaschutzmaßnahmen aufzählen. Beim handlungsorientierten Ansatz lernen die Schülerinnen und Schüler hingegen, wie sie beispielsweise Thermostatventile in ihrem Klassenraum richtig bedienen. Oder sie organisieren weitere Einsparmaßnahmen in ihrer Schule und/oder ihrem sonstigen Umfeld. Ein Energiesparprojekt folgt dem zweiten Ansatz.

Beide Ansätze ergänzen sich und lassen sich folgendermaßen ausgestalten:

Handlungsorientierung ist ein Konzept, eine Orientierung, aber keine Methode. Die Lernenden sollen zur Selbstorganisation befähigt werden. Der Sinn der Lernangebote muss verdeutlicht werden, damit die Lernenden nach Möglichkeit an Planung und Auswertung des Lernens beteiligt werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen u. a. lernen, ihr Verhalten und Lernhandeln selbstkritisch zu reflektieren, dadurch entwickeln sie ihre methodischen Kompetenzen weiter.

Handlungsorientierung stellt das Gegenstück zur Fachorientierung dar. Sie bedeutet, die Formen des ganzheitlichen Lehrens und Lernens – also den kognitiven, affektiven und psychomotorischen Lernbereich – gleichzeitig zu nutzen. Lebendiges Lernen steht im Fokus. Dies erfordert auch eine veränderte Lehrer-SchülerBeziehung. Lehrerinnen und Lehrer moderieren Lernprozesse zunehmend , sie werden gleichzeitig auch wieder selbst zu Lernenden.

Das Konzept birgt viele Chancen für zeitgemäßes Lernen und Lehren. Es hat jedoch auch theoretische wie unterrichtspraktische Grenzen. Traditionellere Unterrichts- und Lehrmethoden wie Lehrervortrag und fragend-entwickelnde Lehrstrategie haben beim handlungsorientierten Lernen dort ihren berechtigten Stellenwert, wo sie sich sinnvoll in das didaktische Gesamtkonzept einfügen. Das können zum Beispiel Phasen der begrifflichen Reflexion und die Systematisierung von Handlungserfahrungen sein. Guter Unterricht – und das gilt auch für unterrichtsunabhängige Projektarbeit in der Schule – integriert Fach- und Handlungsorientierung. Er lässt beide Ansätze einander flexibel ergänzen.

Quelle: Energieeinsparung in Schulen in NRW, Band I